Hallo liebe Freunde!
Liebe Grüße aus dem fernen Uganda! Ich hoffe, bei euch hat auch endlich der Sommer Einzug gefunden und ihr versucht euch im Sonnenbaden! In meiner momentanen Heimat neigt sich die Trockenzeit gerade dem Ende zu und es regnet seit einem Monat endlich mal wieder und bringt somit wohltuende Kühle in meinen Alltag. Ja, auch hier kann das Wort Alltag seinen ganzen Sinn entfalten. Seit über 5 Monaten bin ich nun hier und die Arbeit geht immer schleppender voran. Zu anfangs noch voller Ideen und Vorhaben, musste ich bald bemerken, dass sich die Dinge hier nicht so einfach vorantreiben lassen, wie ich das aus dem deutschen Arbeitsalltag kenne. Wie ihr euch vermutlich noch erinnert, hatte ich einen Schmetterlingsgarten geplant, der aufgrund verschiedener Hürden noch nicht in Angriff genommen werden konnte. Vereinbarungen mit den Experten konnten nicht eingehalten werden und Informationsmaterial ist rar. Dies und der sich stetig wiederholende Wochenablauf und die daraus resultierende Langeweile, lässt einen wie durch Schlamm vorankommen. Darum ist es für mich nötig etwas Abstand von der Arbeit zu bekommen und neue Kraft zu tanken. Nun ist bald die Hälfte meines Auslandsaufenthalts vorbei und das Zwischenseminar rückt immer näher. Auch ein zweiter Freiwilliger folgt bald, sodass einige Veränderungen anstehen, die etwas Abwechslung bringen und mich hoffentlich aus diesem Trott herausholen werden.
Doch möchte ich in diesem Bericht nicht nur von mir schreiben sondern auch über die Erfahrungen, die ich mit den Menschen hier gemacht habe. Das Leben in einer anderen Kultur und mit was für Problemen das verbunden ist. Diese Sachen habe ich in meinen Berichten schon des Öfteren angedeutet, möchte dies jedoch vertiefen.
Freunde zu finden ist mir noch nie schwer gefallen, doch hier fällt es einem sehr schwer, sich den Freundschaftsanfragen zu entziehen. Als Weißer, als Muzungu wie es hier heißt, steht man durchgehend auf einem Podest. Für jeden sichtbar und meist mit enormen Anziehungskraft behaftet, bewegt man sich hier voran. Für die Ugander ist die helle Hautfarbe ein Sinnbild von Schönheit, Bildung und Reichtum, kurzum in hohem Maße privilegiert. Darum ist man für Jedermann attraktiv, in der Erwartung an Reichtum und Ansehen innerhalb der eigenen Gesellschaft zu gewinnen, indem man sich mit einem Weißen anfreundet. Dies stellt einen vor das Problem seine wahren Freunde zu erkennen und gleichzeitig die Frage ob es hier sowas wie echte Freunde geben kann. Einen Satz meiner Hausbesitzerin, den ich hier gerne anführen möchte ist: „Ich würde in Sachen Geld nicht einmal meinen eigenen Kindern oder meinem Mann vertrauen!“ Auch andere Ugander haben sich mir gegenüber, in dieser Art und Weise über ihre Mitmenschen geäußert. Dadurch wird schnell klar, was einem als Weißer, als Sinnbild des Reichtums im Alltag begegnet. Manche Menschen machen es einem jedoch sehr leicht, ihre wahren Absichten zu erkennen. Tagtäglich werde ich um Geld oder Wertgegenstände angehauen, ob ich die Person nun schon seit längerem kenne oder unsere Vorgeschichte nur ein „Hallo“ ist. Doch warum ist das so? Sind wir nicht selbst mit schuld an diesem Problem? Denn in vielen Fällen bekomme diese Leute genau das, um was Sie bitten! Unsere Schuldgefühle, unser Bewusstsein für das Gefälle zwischen unserem Reichtum und der Armut in solchen Ländern lassen uns zu solchen Entscheidungen hinreißen! Ob diese Freigiebigkeit nun falsch oder richtig ist muss jeder für sich selbst entscheiden! Eins sollte uns allen jedoch daraus klarwerden, das Recht, uns in dergleichen Situationen über die Faulheit der Ugander oder anderer Afrikaner aufzuregen (die doch für Geld arbeiten und nicht betteln sollen) steht uns somit nicht mehr zu. Sind wir doch mal ehrlich, wer von uns würde seinen Nachbarn nicht auch um dessen Zweitkamera bitten, wenn er wüsste, die Chancen stehen hoch diese auch zu bekommen?! Hier kommt dann natürlich auch unsere eigene Moralvorstellung ins Spiel, unser Stolz, der mich persönlich davon abhält, um etwas zu betteln. Stolz ist jedoch etwas, dass sich die meisten Menschen in Ländern wie Uganda nicht leisten können und bildet somit wieder ein Privileg der reichen Industrieländer.
Ich möchte diese Aussagen nun einmal so stehen lassen , denn dieses Thema lässt sich unendlich weiterführen! Ich möchte euch zu eurer Meinung zu diesem Thema bitten! Vielleicht habt ihr ja eine ähnliche Einschätzung der Lage und habt noch Dinge zu ergänzen, die ich leider nicht bedacht habe oder ihr habt auch eine ganz andere Meinung, dann nur raus damit!
Genießt euren Sommer und bis dann!
Freitag, 6. August 2010
Montag, 24. Mai 2010
Sven nach Hause telefonieren!
Nach zwei Monaten der Funkstille richte ich meinen Blick mal wieder nach Deutschland, zu Euch!
Die Zeit vergeht hier wie im Flug, ueber 3 Monate bin ich nun schon hier, der stetige Sonnen- Regenwechsel ist die einzige Klimaveraenderung, die man hier erfaehrt. Es ist vier Uhr mittags und es ist wieder bruetend heiss. Mit dem Fieberthermometer mist man leichtes Fieber in der Sonne (37.7 Grad Celsius), da wuenscht man sich schonmal Eis am Stiel. Schlapp, lustlos, faul, so fuehlt man sich an solchen Tagen und fuer mich verlief die letzte komplette Woche nach diesem Prinzip: Knapp 40 Grad heiss, Tag und Nacht und das Wasser fliesst in Stroemen. Was sich hier wie ein Wetterbericht fuer die vergangenen Tage anhoert, ist Keiner. Die Temperatur stellt die Hoehe meines Fiebers dar, das meinen Kreislauf dahinraffte. Das Wasser keinen Niederschlag, der mir ein bisschen wohltuende Kuehle in die Phasen des Fiebers brachte. Nein, Schweissstroeme, die meinen Schlafsack in einen nassen Schwamm verwandelten und mir so die Moeglichkeit einer Waermequelle entzogen, falls das Frieren wieder einsetzte. Also niedergeschlagen war nur ich, was mir meine Kopf- und Muskelschmerzen nachdruecklich bestaetigten und den Verdacht auf Malaria festigten. Ein Virus, uebertragen durch eine spezielle, weibliche Muecke, die diesen Virus in sich traegt und mich vor ca. einer Woche gestochen haben muss.
Doch gluecklicherweise verbrachte ich zuvor noch vier schoene Tage in Kampala und Umgebung und somit fiel diese Zeit der Qual nicht so schwer ins Gewicht. Die spaete Ankunft am Donnerstag, laeutete einen relative kurzen Abend in Kampala ein, der mich nach der fuenf stuendigen Busfahrt auch bald ins Bett fuehrte. Den naechsten Morgen ging ich jedoch mit neuen Kraeften und wenig Lust (8 Uhr morgens) an, ich wollte mich voll und ganz meiner Visasache widmen, um nicht mehr offiziell nur als Tourist herumzulaufen.Also erst einmal ein Rollegg (2 Wraps mit Omlett) zum Fruehstueck verschlungen und schon ging es mit dem Sammeltaxi und den anderen Freiwilligen in Richtung Innenstadt. Fuer alle lief die Sache praechtig, nur mein Visa bereitete Probleme und konnte schliesslich nicht beantragt werden, da ein Formular meines Projekts nicht korrekt war. Man moechte grad meinen, man befindet sich in einem deutschen Office. Nun heisst es also, alles nochmal von vorne. In der Zwischenzeit werde ich wohl als illegaler Einwanderer gehandelt und die Internationalen Beziehungen stark gefaehrden :), da mein Touristenvisa am 16.5/2010 abgelaufen ist. Bis zu meinem geplanten Abstecher nach Ruanda in 2 Wochen, sieht es hoffentlich besser aus. Um dem Tag und meiner Laune eine Wende zu geben, stuerzte ich mich gemeinsam mit einem Freund in den Trubel der Innenstadt. Unser Ziel: Owino-Market, ein grosser Markt fuer Allesmoegliche; meine Mission: wuerdige Nachfolger meines einzigen Paares von Freizeitschuhen zu finden. Als wir uns in eine der Marktgassen gezwungen und sich unsere Augen an das Daemmerlicht gewoehnt hatten, hatten wir uns auch schon nach den ersten Metern verloren. Jedoch wurde ich nach ein paar unwilligen Geschaeftsmaennern und einer unfreundlich Dame bald fuendig. Zwei paar Schuhe und ein T-Shirt fuer knapp 20 Euro, damit konnte ich zufrieden sein. Als mein Kumpel und ich uns shliesslich am vereinbarten Treffpunkt wiederfanden, machten wir uns auf die Suche nach einem Ort zum Erholen. Auf dem Weg legte mein Freund noch eine Jongliereinlage in der Menge hin und wir durchquerten eine abseits gelegene, sehr heruntergekommene Einkaufsstrasse, bis wir schliesslich unsere Oase fanden. Ein kleines Restaurant mit Balkon und Blick aus dem ersten Stock, von wo wir das ganze hektische Treiben, der rund vier Millionen Leute, die es tagtaeglich nach Kampala treibt, gut ueberblicken konnten. Gegen spaeter traffen wir uns dann wieder mit den anderen Freiwilligen zum Essen. Dann: Den Ugandern zeigen, wie man richtig Pool spielt, einen kurzen Besuch eines geilen Reggeaschuppens im Partyviertel Kampalas(eigentlich nur eine urgemuetliche Garage mit Bar, Billiard, Tierdokus und Bob Marley Postern) und schliesslich einem Abschlussbier in einer Bar, bildeten das Abendprogramm dieses anstrengenden Tages. Den Samstag und Sonntag verbrachte ich nahe den Mabamba-Swamps in einer einsam gelegenen, idyllischen Anlage, die das Oekoprojekt einer Freundin bildet. Eine erholsame Zeit, nach dem Chaos der Grossstadt und vor der folgenden Malaria. Sonntagnacht kam ich dann wieder in Fort Portal, meinem Zuhause an.
Was meine Arbeit im bot. Garten betrifft, so uebe ich mich noch in Geduld. Das Buch ueber Schmetterlinge, das man mir schon seit Wochen geben moechte, ist immer noch verliehen und zu dem Treffen mit dem Spezialisten konnte ich leider nicht erscheinen, da beide Male kein Transportmittel zur Verfuegung stand. Aus diesem Grunde beschaeftige ich mich gerade mit dem Anlegen eines “Family Tree Gardens”, der auf drei versch. Arealen jeweils Baeume der gleichen Baumfamilie beinhaltet (hauptsaechlich Mahagonibaeume). Noch ca. 1400 Baeume stehen aus, gepflanzt zu werden. Es wird also nicht langweilig auf der Arbeit und auch privat bietet sich immer wieder etwas Neues. Es wurde nun schon ein zweites Mal in mein Haus eingebrochen, in diesem Fall jedoch als ich auf Arbeit war. Nun habe ich ausser Kamera und Handy wahrhaftig keinen elektronischen Firlefanz mehr, der mich davon abhalten koennte ein typisch afrikanisches Leben zu fuehren. Ich bin nur froh, dass Diebe hier fuer Buecher nicht viel uebrig haben, ansonsten waere ich am Verzweifeln.
Das wars also mal wieder aus meiner kleinen, fernen Welt. Ich hoffe Euch allen geht es gut und Ihr geniest schon die ersten sommeraehnlichen Temperaturen. Man hoert von mir, denn heut ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!
Die Zeit vergeht hier wie im Flug, ueber 3 Monate bin ich nun schon hier, der stetige Sonnen- Regenwechsel ist die einzige Klimaveraenderung, die man hier erfaehrt. Es ist vier Uhr mittags und es ist wieder bruetend heiss. Mit dem Fieberthermometer mist man leichtes Fieber in der Sonne (37.7 Grad Celsius), da wuenscht man sich schonmal Eis am Stiel. Schlapp, lustlos, faul, so fuehlt man sich an solchen Tagen und fuer mich verlief die letzte komplette Woche nach diesem Prinzip: Knapp 40 Grad heiss, Tag und Nacht und das Wasser fliesst in Stroemen. Was sich hier wie ein Wetterbericht fuer die vergangenen Tage anhoert, ist Keiner. Die Temperatur stellt die Hoehe meines Fiebers dar, das meinen Kreislauf dahinraffte. Das Wasser keinen Niederschlag, der mir ein bisschen wohltuende Kuehle in die Phasen des Fiebers brachte. Nein, Schweissstroeme, die meinen Schlafsack in einen nassen Schwamm verwandelten und mir so die Moeglichkeit einer Waermequelle entzogen, falls das Frieren wieder einsetzte. Also niedergeschlagen war nur ich, was mir meine Kopf- und Muskelschmerzen nachdruecklich bestaetigten und den Verdacht auf Malaria festigten. Ein Virus, uebertragen durch eine spezielle, weibliche Muecke, die diesen Virus in sich traegt und mich vor ca. einer Woche gestochen haben muss.
Doch gluecklicherweise verbrachte ich zuvor noch vier schoene Tage in Kampala und Umgebung und somit fiel diese Zeit der Qual nicht so schwer ins Gewicht. Die spaete Ankunft am Donnerstag, laeutete einen relative kurzen Abend in Kampala ein, der mich nach der fuenf stuendigen Busfahrt auch bald ins Bett fuehrte. Den naechsten Morgen ging ich jedoch mit neuen Kraeften und wenig Lust (8 Uhr morgens) an, ich wollte mich voll und ganz meiner Visasache widmen, um nicht mehr offiziell nur als Tourist herumzulaufen.Also erst einmal ein Rollegg (2 Wraps mit Omlett) zum Fruehstueck verschlungen und schon ging es mit dem Sammeltaxi und den anderen Freiwilligen in Richtung Innenstadt. Fuer alle lief die Sache praechtig, nur mein Visa bereitete Probleme und konnte schliesslich nicht beantragt werden, da ein Formular meines Projekts nicht korrekt war. Man moechte grad meinen, man befindet sich in einem deutschen Office. Nun heisst es also, alles nochmal von vorne. In der Zwischenzeit werde ich wohl als illegaler Einwanderer gehandelt und die Internationalen Beziehungen stark gefaehrden :), da mein Touristenvisa am 16.5/2010 abgelaufen ist. Bis zu meinem geplanten Abstecher nach Ruanda in 2 Wochen, sieht es hoffentlich besser aus. Um dem Tag und meiner Laune eine Wende zu geben, stuerzte ich mich gemeinsam mit einem Freund in den Trubel der Innenstadt. Unser Ziel: Owino-Market, ein grosser Markt fuer Allesmoegliche; meine Mission: wuerdige Nachfolger meines einzigen Paares von Freizeitschuhen zu finden. Als wir uns in eine der Marktgassen gezwungen und sich unsere Augen an das Daemmerlicht gewoehnt hatten, hatten wir uns auch schon nach den ersten Metern verloren. Jedoch wurde ich nach ein paar unwilligen Geschaeftsmaennern und einer unfreundlich Dame bald fuendig. Zwei paar Schuhe und ein T-Shirt fuer knapp 20 Euro, damit konnte ich zufrieden sein. Als mein Kumpel und ich uns shliesslich am vereinbarten Treffpunkt wiederfanden, machten wir uns auf die Suche nach einem Ort zum Erholen. Auf dem Weg legte mein Freund noch eine Jongliereinlage in der Menge hin und wir durchquerten eine abseits gelegene, sehr heruntergekommene Einkaufsstrasse, bis wir schliesslich unsere Oase fanden. Ein kleines Restaurant mit Balkon und Blick aus dem ersten Stock, von wo wir das ganze hektische Treiben, der rund vier Millionen Leute, die es tagtaeglich nach Kampala treibt, gut ueberblicken konnten. Gegen spaeter traffen wir uns dann wieder mit den anderen Freiwilligen zum Essen. Dann: Den Ugandern zeigen, wie man richtig Pool spielt, einen kurzen Besuch eines geilen Reggeaschuppens im Partyviertel Kampalas(eigentlich nur eine urgemuetliche Garage mit Bar, Billiard, Tierdokus und Bob Marley Postern) und schliesslich einem Abschlussbier in einer Bar, bildeten das Abendprogramm dieses anstrengenden Tages. Den Samstag und Sonntag verbrachte ich nahe den Mabamba-Swamps in einer einsam gelegenen, idyllischen Anlage, die das Oekoprojekt einer Freundin bildet. Eine erholsame Zeit, nach dem Chaos der Grossstadt und vor der folgenden Malaria. Sonntagnacht kam ich dann wieder in Fort Portal, meinem Zuhause an.
Was meine Arbeit im bot. Garten betrifft, so uebe ich mich noch in Geduld. Das Buch ueber Schmetterlinge, das man mir schon seit Wochen geben moechte, ist immer noch verliehen und zu dem Treffen mit dem Spezialisten konnte ich leider nicht erscheinen, da beide Male kein Transportmittel zur Verfuegung stand. Aus diesem Grunde beschaeftige ich mich gerade mit dem Anlegen eines “Family Tree Gardens”, der auf drei versch. Arealen jeweils Baeume der gleichen Baumfamilie beinhaltet (hauptsaechlich Mahagonibaeume). Noch ca. 1400 Baeume stehen aus, gepflanzt zu werden. Es wird also nicht langweilig auf der Arbeit und auch privat bietet sich immer wieder etwas Neues. Es wurde nun schon ein zweites Mal in mein Haus eingebrochen, in diesem Fall jedoch als ich auf Arbeit war. Nun habe ich ausser Kamera und Handy wahrhaftig keinen elektronischen Firlefanz mehr, der mich davon abhalten koennte ein typisch afrikanisches Leben zu fuehren. Ich bin nur froh, dass Diebe hier fuer Buecher nicht viel uebrig haben, ansonsten waere ich am Verzweifeln.
Das wars also mal wieder aus meiner kleinen, fernen Welt. Ich hoffe Euch allen geht es gut und Ihr geniest schon die ersten sommeraehnlichen Temperaturen. Man hoert von mir, denn heut ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!
Mittwoch, 31. März 2010
Gruesse vom schwarzen Kontinent!
Hallo zusammen!
Habt Ihr mich schon alle aufgegeben? Ich hoffe doch nicht! Leider gab es seit meinem letzten Bericht aus Kampala einen Zwischenfall, der etwas Chaos in mein Leben hier gebracht hat. Vor ein paar Wochen wurde in mein Haus in Fort Portal eingebrochen und es wurden mehrere wichtige Gegenstaende entwendet Ich hoffe Ihr verzeiht mir deshalb meine verspaetete Rueckmeldung ueber mein Befinden und meine Arbeit.
Fuenf Wochen ist es nun schon her, seit ich mich in FP eingefunden und ich denke ich kann auch sagen, mein Zuhause gefunden habe. Meine Arbeit ist meist sehr interessant und abwechslungsreich. Die meiste Zeit verbringe ich mit einem Baumspezialist und Botaniker namens Chris, er ist sowohl Mentor als auch Freund und bringt mir das Wissen ueber Flora und Fauna naeher, im Besonderen seine Erfahrung mit Baeumen. Mein Problem war schon immer Informationen aus der Theorie zu entnehmen, darum bin ich froh, dass der Grossteil meines Lernens auf praktischen Einfluessen beruht. Dazu gehoert z.B. das Pflanzen von Baeumen im bot. Garten und die regelmaessige Kontrolle des Wachstums. Diese Arbeit setzt jedoch voraus, dass wir genug Setzlinge aus der Baumschule zur Verfuegung haben, ist dies nicht der Fall, muessen wir uns diese aus den umliegenden Waeldern und Nationalparks (NP) holen. Bisher hatte ich einmal die Moeglichkeit dazu, den Kibale NP zu besuchen, um dort die noetigen Setzlinge und Samen zu suchen. Es war ein atemberaubendes Gefuehl, zum ersten Mal in meinem Leben in einem Regenwald zu stehen, diese Stille, nur durchbrochen durch die Rufe der Voegel, die mit ihrem Gesang die umherschwirrenden Schmetterlinge zum Tanz auffordern. Die verschiedenen Gerueche, die einem in unglaublicher Zahl in die Nase steigen und sich mit jedem Schritt aufs Neue veraendern. Einmal fiel mir ein eigenartiger Geruch auf, stickig und schwer, sehr markant. Chris erklaerte mir, dies sei der Atem einer Schlange, die auf ihre Beute wartet. Dem Geruch nach zu urteilen, muss es eine grosse Schlange gewesen sein, doch so sehr ich mich auch anstrengte sie zu Gesicht zu bekommen, war meine Nase das einzige Sinnesorgan, das die Anwesenheit der Schlange wahrnahm. Wenn ich nun im Nachhinein an diese Situation zurueckdenke, haette ich mich schon sehr gern in meine Kindheit zurueckgesetzt gefuehlt, indem die Schlange Kaa mir ihr verfuehrerisches Lied gesungen haette: „Hör' auf mich, glaube mir. Augen zu, vertraue mir!” Auch wenn man nun sagen kann, dass ich ein Riecher fuer Schlangen habe, so wandere ich in Bezug auf Baeume immer noch durch ein Labyrinth von lateinischen Namen. Durch meinen Aufenthalt im Kibale NP wurde mir vor Augen gefuehrt, wie vielfaeltig doch die Flora ist. Wie ein Ornithologe, auf der Suche nach einem neuen Vogel, bewegte ich mich durch das unendliche Gruen des Waldes, auf der Suche nach neuen Setzlingen. Wenn ich nicht gerade den Waldmenschen spiele, helfe ich im bot. Garten z.B. beim Bau der Chilibeete, schleppe Baeume oder Artemisiapflanzen zu ihrem Bestimmungsort oder arbeite mich mit der Machete durch die, mit Elefantengras, zugewachsenen Wege.
Fuer die Zukunft habe ich mir bereits zwei Projekte in den Kopf gesetzt, deren Hauptaufgabe darin besteht Fundraising zu betreiben. In diesem Zug moechte ich allen danken, deren Geldbeutel nicht so fest verschlossen war und auch den Leuten, die mir auf andere Art und Weise geholfen haben. Meine Projekte Zielen darauf ab, das bereits bestehende Educationprogramm zu unterstuetze, indem ich die finanziellen Mittel aufbringe, damit sich die Schulen den Ausflug in den bot. Garten leisten koennen und somit essenzielles Wissen ueber ihre Umwelt erlangen und dabei auch Spass haben koennen. Mein Zweites Projekt ist es einen Schmetterlingsgarten aufzubauen, der die Attraktivitaet des bot. Gartens steigert und gleichzeitig auch die Moeglichkeit bietet einen neuen Weg zu den seltenen Mahagonimutterbaeumen zu erschliesen, die sich in einem entlegenen Teil des riesigen Gartens befinden.
Doch besteht mein Leben hier nicht nur aus Arbeit, ich habe auch viel Frezeit. Diese nutze ich u.a. dazu, eine Motorradtagestour in Richtung des Queen Elizabeth NP zu machen, die sich entlang der Mondberge zieht. Um dort schliesslich einer Herde Elefanten mit dem Bike zu folgen. Andere Ausfluege fuehren mich an einen der schoensten Orte, die ich bisher gesehen habe. Ein einsam gelegener Kratersee, dessen tuerkisfarbenes Wasser, an einem heissen Tag, geradezu danach schreit, darin schwimmen zu gehen. Umrandet wird der See von Dschungel und einer Reihe von Felsen, dort folge ich meinem Hobbz, dem Klettern. Vor mir der Fels, hinter mir die gruenende Flora und der silberne Glanz, der sich im Wasser spiegelnden Sonne, der durch das Geaest scheint. Die meisten Abende verbringe ich jedoch mit Lesen oder ich bekomme Besuch von meinem Nachbarn. Doch selbst diese gewoehnlichen Abende stellen schon ein Highlight dar. Wenn ich gegen 17:00 Uhr von der Arbeit heimkomme, kurz noch auf dem Markt ein paar Sachen fuer das Abendessen gekauft, dann freue ich mich schon auf MEIN HAUS. Gross ist es, liegt recht abgelegen und hat einen eingemauerten Garten hinter dem Haus, indem sich auch das Plumpsklo und die Dusche befindet. Wobei Dusche zuviel gesagt ist, ein Bottich mit Wasser und eine abgesaegte Wasserflasche kennzeichnen diesen Begriff. Den Feierabend geniesse ich meist auf meiner kleinen Terrasse vor dem Haus, Musik, etwas zu Essen und den wahnsinns Blick ueber meinen Vorgarten. Geradeaus schaue ich ueber ein kleines Tal auf den Koenigspalast. Links sehe ich an einem violett bluehenden Baum vorbei, der Sonne zu, wie sie langsam hinter den Mondbergen untergeht und irgendwann nur noch der rote Schein erkennbar ist, der sich um die Gipfel schmiegt.
Mit diesem Bild moechte ich mich nun verabschieden und wuensche Euch noch viel Spass beim weitertraeumen und natuerlich ein frohes Osterwochende.
Habt Ihr mich schon alle aufgegeben? Ich hoffe doch nicht! Leider gab es seit meinem letzten Bericht aus Kampala einen Zwischenfall, der etwas Chaos in mein Leben hier gebracht hat. Vor ein paar Wochen wurde in mein Haus in Fort Portal eingebrochen und es wurden mehrere wichtige Gegenstaende entwendet Ich hoffe Ihr verzeiht mir deshalb meine verspaetete Rueckmeldung ueber mein Befinden und meine Arbeit.
Fuenf Wochen ist es nun schon her, seit ich mich in FP eingefunden und ich denke ich kann auch sagen, mein Zuhause gefunden habe. Meine Arbeit ist meist sehr interessant und abwechslungsreich. Die meiste Zeit verbringe ich mit einem Baumspezialist und Botaniker namens Chris, er ist sowohl Mentor als auch Freund und bringt mir das Wissen ueber Flora und Fauna naeher, im Besonderen seine Erfahrung mit Baeumen. Mein Problem war schon immer Informationen aus der Theorie zu entnehmen, darum bin ich froh, dass der Grossteil meines Lernens auf praktischen Einfluessen beruht. Dazu gehoert z.B. das Pflanzen von Baeumen im bot. Garten und die regelmaessige Kontrolle des Wachstums. Diese Arbeit setzt jedoch voraus, dass wir genug Setzlinge aus der Baumschule zur Verfuegung haben, ist dies nicht der Fall, muessen wir uns diese aus den umliegenden Waeldern und Nationalparks (NP) holen. Bisher hatte ich einmal die Moeglichkeit dazu, den Kibale NP zu besuchen, um dort die noetigen Setzlinge und Samen zu suchen. Es war ein atemberaubendes Gefuehl, zum ersten Mal in meinem Leben in einem Regenwald zu stehen, diese Stille, nur durchbrochen durch die Rufe der Voegel, die mit ihrem Gesang die umherschwirrenden Schmetterlinge zum Tanz auffordern. Die verschiedenen Gerueche, die einem in unglaublicher Zahl in die Nase steigen und sich mit jedem Schritt aufs Neue veraendern. Einmal fiel mir ein eigenartiger Geruch auf, stickig und schwer, sehr markant. Chris erklaerte mir, dies sei der Atem einer Schlange, die auf ihre Beute wartet. Dem Geruch nach zu urteilen, muss es eine grosse Schlange gewesen sein, doch so sehr ich mich auch anstrengte sie zu Gesicht zu bekommen, war meine Nase das einzige Sinnesorgan, das die Anwesenheit der Schlange wahrnahm. Wenn ich nun im Nachhinein an diese Situation zurueckdenke, haette ich mich schon sehr gern in meine Kindheit zurueckgesetzt gefuehlt, indem die Schlange Kaa mir ihr verfuehrerisches Lied gesungen haette: „Hör' auf mich, glaube mir. Augen zu, vertraue mir!” Auch wenn man nun sagen kann, dass ich ein Riecher fuer Schlangen habe, so wandere ich in Bezug auf Baeume immer noch durch ein Labyrinth von lateinischen Namen. Durch meinen Aufenthalt im Kibale NP wurde mir vor Augen gefuehrt, wie vielfaeltig doch die Flora ist. Wie ein Ornithologe, auf der Suche nach einem neuen Vogel, bewegte ich mich durch das unendliche Gruen des Waldes, auf der Suche nach neuen Setzlingen. Wenn ich nicht gerade den Waldmenschen spiele, helfe ich im bot. Garten z.B. beim Bau der Chilibeete, schleppe Baeume oder Artemisiapflanzen zu ihrem Bestimmungsort oder arbeite mich mit der Machete durch die, mit Elefantengras, zugewachsenen Wege.
Fuer die Zukunft habe ich mir bereits zwei Projekte in den Kopf gesetzt, deren Hauptaufgabe darin besteht Fundraising zu betreiben. In diesem Zug moechte ich allen danken, deren Geldbeutel nicht so fest verschlossen war und auch den Leuten, die mir auf andere Art und Weise geholfen haben. Meine Projekte Zielen darauf ab, das bereits bestehende Educationprogramm zu unterstuetze, indem ich die finanziellen Mittel aufbringe, damit sich die Schulen den Ausflug in den bot. Garten leisten koennen und somit essenzielles Wissen ueber ihre Umwelt erlangen und dabei auch Spass haben koennen. Mein Zweites Projekt ist es einen Schmetterlingsgarten aufzubauen, der die Attraktivitaet des bot. Gartens steigert und gleichzeitig auch die Moeglichkeit bietet einen neuen Weg zu den seltenen Mahagonimutterbaeumen zu erschliesen, die sich in einem entlegenen Teil des riesigen Gartens befinden.
Doch besteht mein Leben hier nicht nur aus Arbeit, ich habe auch viel Frezeit. Diese nutze ich u.a. dazu, eine Motorradtagestour in Richtung des Queen Elizabeth NP zu machen, die sich entlang der Mondberge zieht. Um dort schliesslich einer Herde Elefanten mit dem Bike zu folgen. Andere Ausfluege fuehren mich an einen der schoensten Orte, die ich bisher gesehen habe. Ein einsam gelegener Kratersee, dessen tuerkisfarbenes Wasser, an einem heissen Tag, geradezu danach schreit, darin schwimmen zu gehen. Umrandet wird der See von Dschungel und einer Reihe von Felsen, dort folge ich meinem Hobbz, dem Klettern. Vor mir der Fels, hinter mir die gruenende Flora und der silberne Glanz, der sich im Wasser spiegelnden Sonne, der durch das Geaest scheint. Die meisten Abende verbringe ich jedoch mit Lesen oder ich bekomme Besuch von meinem Nachbarn. Doch selbst diese gewoehnlichen Abende stellen schon ein Highlight dar. Wenn ich gegen 17:00 Uhr von der Arbeit heimkomme, kurz noch auf dem Markt ein paar Sachen fuer das Abendessen gekauft, dann freue ich mich schon auf MEIN HAUS. Gross ist es, liegt recht abgelegen und hat einen eingemauerten Garten hinter dem Haus, indem sich auch das Plumpsklo und die Dusche befindet. Wobei Dusche zuviel gesagt ist, ein Bottich mit Wasser und eine abgesaegte Wasserflasche kennzeichnen diesen Begriff. Den Feierabend geniesse ich meist auf meiner kleinen Terrasse vor dem Haus, Musik, etwas zu Essen und den wahnsinns Blick ueber meinen Vorgarten. Geradeaus schaue ich ueber ein kleines Tal auf den Koenigspalast. Links sehe ich an einem violett bluehenden Baum vorbei, der Sonne zu, wie sie langsam hinter den Mondbergen untergeht und irgendwann nur noch der rote Schein erkennbar ist, der sich um die Gipfel schmiegt.
Mit diesem Bild moechte ich mich nun verabschieden und wuensche Euch noch viel Spass beim weitertraeumen und natuerlich ein frohes Osterwochende.
Samstag, 20. Februar 2010
Liebe Grüße aus Kampala!

15:00 Uhr Ortszeit, Flughafen Entebbe, die Frisur sitzt! Doch ich nicht mehr, nach 14 Stunden Flug plus 3 Stunden Zwischenstopp in Dubai endlich angekommen. Meine neue Heimat zeigt sich gleich sehr entgegenkommend und begrüßt unsere kleine Gruppe mit, für ugandische Verhältnisse, sehr kühlen Temperaturen. Die ersten Schritte zeigen schon, vieles läuft hier anders als gewohnt: Gepäckkontrolle Fehlanzeige, wir werden einfach vorbeigewunken und können somit alle unseren illegal mitgeführten Utensilien ins Land schmuggeln, vermutlich hat die Warteschlange die 5 Meter Länge überschritten, was ja mehr Arbeit für das Flughafenpersonal bedeuten würde. Nein, so schlimm sind wir ja nun nicht und die Afrikaner natürlich auch nicht. Am besten kann man die Lebensart hier durch das Sprichwort „mpola mpola“ ausdrücken, das hier soviel heißt wie „immer mit der Ruhe“. Das soll aber nicht heißen, dass Kampala ein verschlafenes Städtchen ist, es ist voller Leben und voll von geordnetem Chaos. Händler, Taxi- und Boda-Boda Fahrer (das sind kleine Mopedtaxis) prägen das Bild der Stadt. Bei ca. 1.3 Millionen Einwohnern kann von Verkehrsregeln und Platz keine Rede mehr sein. Jeder sucht sich seinen eigenen Weg durch die Massen, eröffnet dabei auch ganz ungeniert mit dem Gehweg eine neue Spur um jeden Zentimeter auskosten zu können. Doch es klappt irgendwie und auch ich fühle mich schon richtig wohl in diesem Trubel.
In den letzten Tagen besuchte ich ein paar Projekte der anderen Teilnehmer und konnte mir so ein Bild von deren Arbeit machen. Mein Projekt liegt noch ca. 600 Kilometer entfernt und wird noch etwas warten müssen. Erst am Sonntag werde ich, nach einer langen Busfahrt, gegen Abend in Fort Portal ankommen und mir am Montag endlich meine neue Arbeitsstätte anschauen können.
Heute ist mein letzter Abend im Hotel und somit auch vorerst meine letzte Möglichkeit meinen Blog aktuell zu halten, bis ich mich in Fort Portal nach einem Internetcafé umgeschaut habe. Doch keine Angst, „I´ll be back“!
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