Draußen angekommen, bekam ich sogleich die hohe Luftfeuchtigkeit zu spüren, die den Druck auf meine sowieso schon müden Sinne noch verstärkte. Doch all dies, wurde durch die Aufregung und die Vorfreude auf das Kommende überschattet. Nachdem ich die übliche Prozedur der Passkontrolle und des Gepäckabholens durchlaufen hatte, machte ich mich mit circa hundert anderen Touristen auf den Weg zu den Bussen, die uns schließlich zu den einzelnen Hotels bringen sollten. Bald war der richtige Bus ausgemacht und schon fuhren wir in Richtung Küste.
Auf dem Weg dorthin durchquerten wir auch einen Teil von Mombasas Innenstadt. Der Himmel war noch immer behangen von dicken grauen Wolken, die keinen Sonnenstrahl durch- und kaum ein Gefühl von Urlaub aufkommen ließen. Doch der Regen interessierte mich in diesem Moment weniger. Es waren eher die Menschen, die zu hunderten, dicht gedrängt, unter den Wellblechdächern kleiner Läden standen und uns nachschauten, wohlwissend, wo wir mit unserem Touristenbus hinfuhren.Im weiteren Verlauf des Urlaubs kamen immer wieder Situationen, die mir vor Augen führten, was „leben“ in Afrika bedeutet. Kleine Kinder die freudestrahlend unserem Auto hinterherrennen wenn man ihnen ein paar Süßigkeiten zuwirft. Männer die einen Wagen hinter sich herziehend, der stark an kleine Kutschen aus dem wilden Westen erinnert, kilometerweit laufen müssen um „sauberes“ Wasser an einer Tankstelle zu holen, damit sie überhaupt etwas kochen können. All diese Erlebnisse formten sich in meinem Kopf zu einem Bild, das mir viel näher ging, als die Eindrücke die ich vor meinem Urlaub aus der Zeitung und dem Fernsehen erfuhr. Hier fehlte mir einfach die Distanz zu den Geschehnissen, ich bekam eine Ahnung, was Hunger und Armut wirklich für diese Menschen bedeuten.

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