Dienstag, 9. Februar 2010

Jetzt aber fix nach Uganda!

Es ist nun kurz vor 22 Uhr. Das letzte Vorbereitungsseminar ist nun schon eine Woche vorbei und ich stehe in den Startlöchern. Denn der morgige Tag läutet den Beginn meines Freiwilligenjahres ein, das ich schon lange herbeisehne und endlich ist es soweit. Meine Koffer sind sogut wie gepackt, doch von Aufregung noch keine Spur. Vermutlich werde ich das Alles erst beim Abheben des Flugzeugs so langsam realisieren, dann Panik schieben und versuchen das Cockpit zu stürmen, um den Piloten mit einer Nagelfeile zum Landen zu zwingen.
Nein, so dramatisch wird es nicht ablaufen, aber die "Warumfrage?" wird mir bestimmt durch den Kopf gehen. Ich schreibe Euch also heute das letzte Mal in diesem Jahr aus Deutschland, meinen nächsten und eigentlich auch ersten Bericht könnt ihr dann in ein paar Wochen erwarten. Dort werde ich Euch dann endlich Details meiner Arbeit verraten und über meine ersten Eindrücke berichten.
Ich wünsche Euch allen alles Gute für dieses Jahr und hoffe wir sehen uns alle gesund wieder!
Machts gut und bis bald!
Euer Sven!

Dienstag, 19. Januar 2010

Was mich bewegt!

Wir befanden uns gerade im Landeanflug auf Mombasas Airport, als der Regen einsetzte. 5 Minuten später waren wir gelandet und das leise Trommeln des Regens vermischte sich mit einer Durchsage des Kapitäns, der uns noch einen schönen Aufenthalt wünschte. Ich war schon lange nicht mehr geflogen und hatte mich eigentlich auf den Flug gefreut, doch 8 ½ Stunden in einem Sessel, in dem man sich kaum zurücklehnen, geschweige denn liegen konnte, ließen die freudige Aussicht auf den Rückflug rasch schwinden. Doch nun waren erst mal 2 Wochen Urlaub angesagt, schnell noch das Handgepäck geschnappt und schon wurde ich sanft Richtung Ausgang geschoben.

Draußen angekommen, bekam ich sogleich die hohe Luftfeuchtigkeit zu spüren, die den Druck auf meine sowieso schon müden Sinne noch verstärkte. Doch all dies, wurde durch die Aufregung und die Vorfreude auf das Kommende überschattet. Nachdem ich die übliche Prozedur der Passkontrolle und des Gepäckabholens durchlaufen hatte, machte ich mich mit circa hundert anderen Touristen auf den Weg zu den Bussen, die uns schließlich zu den einzelnen Hotels bringen sollten. Bald war der richtige Bus ausgemacht und schon fuhren wir in Richtung Küste.

Auf dem Weg dorthin durchquerten wir auch einen Teil von Mombasas Innenstadt. Der Himmel war noch immer behangen von dicken grauen Wolken, die keinen Sonnenstrahl durch- und kaum ein Gefühl von Urlaub aufkommen ließen. Doch der Regen interessierte mich in diesem Moment weniger. Es waren eher die Menschen, die zu hunderten, dicht gedrängt, unter den Wellblechdächern kleiner Läden standen und uns nachschauten, wohlwissend, wo wir mit unserem Touristenbus hinfuhren.


Im weiteren Verlauf des Urlaubs kamen immer wieder Situationen, die mir vor Augen führten, was „leben“ in Afrika bedeutet. Kleine Kinder die freudestrahlend unserem Auto hinterherrennen wenn man ihnen ein paar Süßigkeiten zuwirft. Männer die einen Wagen hinter sich herziehend, der stark an kleine Kutschen aus dem wilden Westen erinnert, kilometerweit laufen müssen um „sauberes“ Wasser an einer Tankstelle zu holen, damit sie überhaupt etwas kochen können. All diese Erlebnisse formten sich in meinem Kopf zu einem Bild, das mir viel näher ging, als die Eindrücke die ich vor meinem Urlaub aus der Zeitung und dem Fernsehen erfuhr. Hier fehlte mir einfach die Distanz zu den Geschehnissen, ich bekam eine Ahnung, was Hunger und Armut wirklich für diese Menschen bedeuten.

Doch trotzdem waren dies nur Erfahrungen, die ich als Tourist gemacht habe und diese decken meines Erachtens nach bei weitem nicht die ganze Problematik ab, die wir in Augenschein nehmen sollten. Darum hoffe ich nun auch, durch einen Aufenthalt außerhalb des Touristenbereichs, tiefer in das dortige Leben eintauchen zu können.
Ich sehe diese Jahr auch als Chance weitere Grenzen kennenzulernen und vielleicht auch zu überwinden. Diese Erfahrung soll als Wegweiser für meine Zukunft dienen , sowohl sozial als auch beruflich. Ich hoffe, auch Euch durch meine Berichte Anreize geben zu können. Damit meine ich nicht nur, das Ihr selbst diese Erfahrung machen sollt, insbesondere geht es mir um Eure Unterstützung. Indem Ihr Euch mit Freunden oder Zuhause darüber austauscht, bringt diese Themen im Unterricht zur Sprache oder wo immer Ihr wollt. Es soll wieder ein Bewusstsein entstehen, bei dem WIR über die Grenzen unserer eigenen kleinen Welt hinausschauen, über nationale Grenzen hinausschauen. Bis wir wieder gelernt haben zu sehen, nicht nur mit den Augen sondern auch mit dem Herzen

Donnerstag, 14. Januar 2010

Weltwärtsprogramm

Hab ich alles eingepackt? Och nee, nicht schon wieder StandUp-Comedy, danke Stewardess, aber die Sicherheitsanweisungen kenn ich schon! Alles Dinge, die mir vermutlich am 15. Februar im Flieger nach Uganda durch den Kopf gehen werden. Doch wie hat das überhaupt alles begonnen?

Übers I-net bin ich vor einigen Monaten auf das "weltwärtsprogramm" gestoßen. Initiiert und gefördert durch das Bundesminesterium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), erhalten Jugendliche im Alter von 18-28 hier die Chance sich im Ausland sozial zu engagieren. Ob in Asien, Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa, das Angebot ist groß.
Vorbereitet und unterstützt werde ich durch meine Entsendeorganisation artefact, hier nennt sich sich das "weltwärtsprogramm" jedoch solivol (setzt sich zusammen aus solar und volunteer). Die Einsatzstellen der Freiwilligen werden durch kleine grassroot-Initiativen zur Verfügung gestellt, das sind solivol-Partnerorganisationen die im Bereich der erneuerbaren Energien, Aufforstung , Fair Trade und Bildung für nachhaltige Entwicklung arbeiten.
Die durch die Freiwilligenarbeit entstehenden Kosten, werden zu 75% vom BMZ getragen, weitere 7% werden durch artefact übernommen. Die Freiwilligen werden durch das BMZ angehalten, die restlichen Mittel durch Spendeneinnahmen selbst zu erwerben.

Aus diesem Grund möchte ich Euch um eine Spende bitten, der Betrag spielt keine Rolle. Und wenn es nur die paar Münzen sind, die ihr gestern zwischen den Sofakissen gefunden habt.

Spendenkonto: artefact gGmbH
Nord-Ostsee-Sparkasse
BLZ: 217 500 00
Kontonr.: 220 762 56
Verwendungszweck: solivol-Tbg


Danke!!!

Habt Ihr weitere Fragen an mich, könnt Ihr mich auch gerne per E-Mail kontaktieren!
SvenKohlhoff.23@googlemail.com



Informationen zu meinem Projekt in Uganda


Fort Portal wird ab Mitte Februar diesen Jahres mein neues Zuhause sein. Diese Stadt mit ihren ca. 40000 Einwohnern liegt im Westen Ugandas, nahe des Ruwenzori-Gebirges. Eingebettet in leuchtend grüne Teeplantagen, ist die Stadt ein idealer Standort für das Projekt "Tooro Botanical Gardens", in dem ich mich bald als Arbeitskraft einbringen werde. Zu meinen Aufgaben kann ich Euch leider noch keine genauen Informationen geben, da die Einteilung erst vor Ort stattfinden wird. Um Euch dennoch ein Bild machen zu können hier ein paar Infos über die Aufgabenbereiche des botanischen Garten:

- Schutz und Erhalt einer Vielzahl an einzigartigen Pflanzenarten der "Albertine - Rift"- Region
- Aufbau von Schulungsprogrammen für Bildungseinrichtungen und die breite Öffentlichkeit in Bezug auf den Schutz und den Gebrauch der biologischen Vielfalt
- Fördert die aufrechtzuerhaltende Verwendung von Pflanzen für medizinische Zwecke und den Austausch von Erfahrungen
- Anbau von Kräutern, Gewürzen und für die Medizin verwendbare Pflanzen, wie z.B. Artemesia annua und Centella asiatica
- etc.

Wie Ihr seht, gibt es auf jedenfall einige Bereiche in die ich mich einbringen kann und ich hoffe ich konnte Euch einen kleinen Einblick in mein Projekt geben, weitere Informationen werden natürlich noch folgen!